HOTEL&DESIGN | Küchenkunst auf Hauben-Niveau: Spitzenleistungen bei der WIFI Wien-Küchenmeisterprüfung 2026
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„Die Küchenmeister-Ausbildung am WIFI Wien ist der höchste Ausbildungsgrad für Köchinnen und Köche in Österreich“, so Lehrgangsleiter Andreas Skrinjar (1.v.li.) mit Prüfern und Prüflingen.
Bild: Alessandra Weidlich

Küchenkunst auf Hauben-Niveau: Spitzenleistungen bei der WIFI Wien-Küchenmeisterprüfung 2026

Fünf angehende Küchenmeisterinnen und Küchenmeister stellten sich am wko campus wien einer anspruchsvollen Theorie- und Praxisprüfung. Der WIFI Diplom-Küchenmeister gilt als höchster Ausbildungsgrad für Köchinnen und Köche in Österreich und als starkes Gütesiegel für die gehobene Gastronomie.

Am WIFI Wien bewiesen im Juni fünf angehende Küchenmeisterinnen und Küchenmeister ihr Können. Drei Kandidaten und erstmals zwei Kandidatinnen stellten sich einer intensiven Abschlussprüfung, die fachliche Exzellenz, wirtschaftliches Know-how, Kreativität und Führungsqualität gleichermaßen verlangt. Ziel ist der Abschluss als WIFI Diplom-Küchenmeister, ein international anerkanntes Gütesiegel für die 4- und 5-Sterne-Gastronomie.

Die Küchenmeister-Ausbildung am WIFI Wien ist der höchste Ausbildungsgrad für Köchinnen und Köche in Österreich. Seit 2020 ist sie im Nationalen Qualifikationsrahmen auf Level 6 eingestuft und damit auf demselben Qualifikationsniveau wie Bachelor-, Meister- oder Ingenieur-Abschlüsse. Auch wenn der Begriff „Meister“ formell nicht verliehen wird, zeigt die Einstufung klar den hohen Anspruch der Ausbildung: Gefragt sind nicht nur perfektes Handwerk am Herd, sondern auch betriebswirtschaftliches Denken, Qualitätsmanagement, Teamführung und unternehmerische Verantwortung.

„Der WIFI Diplom-Küchenmeister ist weit mehr als ein Titel. Er ist der Türöffner zur Haubengastronomie und ein starkes Statement für Exzellenz am Herd“, betont Katharina Stummer, Institutsleiter-Stellvertreterin des WIFI Wien der Wirtschaftskammer Wien.

Vier Tage Praxis, zwei Tage Theorie

Die Prüfung verlangt den Kandidatinnen und Kandidaten einiges ab. In der Theorieprüfung stehen unter anderem eine Facharbeit zu einem gastronomischen Thema, ein Businessplan samt Präsentation und Verteidigung, eine schriftliche Prüfung sowie mündliche Prüfungen in Speisenkunde, Ernährungslehre, Harmonielehre, Hygiene, Betriebswirtschaft und Rechtskunde auf dem Programm.

In der viertägigen Praxisprüfung geht es dann ans Eingemachte: Am ersten Tag wird aus einem geheimen Warenkorb ein Vier-Gänge-Menü entwickelt. Es folgen ein Fingerfood-Buffet für acht Personen sowie abschließend ein fünfgängiges Meistermenü. Beurteilt werden nicht nur Geschmack und Präsentation, sondern auch Organisation, Warenwirtschaft, Timing, Hygiene, Konsistenz, Kreativität und die erkennbare eigene Küchenlinie.

Gerade das Fingerfood-Buffet gilt als besonders herausfordernd. „Das ist der schwierigste Teil der Prüfung. Hier muss die Logistik bis ins kleinste Detail stimmen, und jedes Häppchen muss in Geschmack, Konsistenz und Optik funktionieren – auch bei 34 Grad Sommerhitze wie heute“, sagt der frischgebackene WIFI-Küchenmeister David Kindler, erleichtert nach den intensiven Prüfungstagen.

Für alle Kandidatinnen und Kandidaten war die Prüfung ein wichtiger beruflicher Meilenstein. Kindler betont: „Die Küchenmeisterprüfung zeigt, dass Kochen heute viel mehr ist als gutes Handwerk. Man muss ein Team führen, wirtschaftlich denken und trotzdem eine klare kulinarische Handschrift entwickeln. Genau diese Kombination macht die Ausbildung so wertvoll. Ich habe diesen wichtigen Schritt in meiner Karriere nun geschafft und bin sehr glücklich, mein persönliches Ziel erreicht zu haben.“

„Alle Prüflinge haben deutlich ihr individuelles kulinarisches Profil gezeigt, mit dem Fokus klar auf Regionalität und Nachhaltigkeit“, bestätigt WIFI Wien-Lehrgangleiter Andreas Skrinjar. „Die Bedeutung dieser Ausbildung kann nicht genug hervorgehoben werden, denn sie stellt nicht nur den individuellen Werdegang und die herausragenden Kompetenzen der Köchinnen und Köche in den Mittelpunkt, sondern stärkt auch die Qualität in der gesamten Gastronomie.“ Mit der Küchenmeister-Ausbildung wolle man zugleich die Anerkennung für den Beruf schärfen und Aufstiegsmöglichkeiten schaffen.

Kochen ist Handwerk, Management und Verantwortung

Die WIFI-Diplom-Küchenmeister-Ausbildung richtet sich an ausgebildete oder angelernte Köchinnen und Köche mit mehrjähriger Berufspraxis und Führungserfahrung. Absolventinnen und Absolventen lernen, Küchen selbstständig zu leiten, gastronomische Produkte zu planen, Qualitätssicherung umzusetzen, Kosten zu managen, Gäste professionell zu betreuen und gastronomische Betriebe wirtschaftlich zu führen.

Damit trägt die Ausbildung auch dem Wandel in der Gastronomie Rechnung. Neben kulinarischer Spitzenleistung gewinnen Führungskultur, Arbeitsorganisation und Work-Life-Balance zunehmend an Bedeutung. Gerade in der gehobenen Gastronomie braucht es Persönlichkeiten, die Exzellenz am Teller mit moderner Mitarbeiterführung und unternehmerischem Denken verbinden.

„Mit dem erfolgreichen Abschluss stehen den Absolventinnen und Absolventen neue Karrierewege offen, etwa in der Hauben- und Sternegastronomie, in der 4- und 5-Sterne-Hotellerie, in leitenden Küchenfunktionen oder in der Selbstständigkeit, wo sie ihre Kreativität und ihr Fachwissen voll ausspielen können“, schließt Stummer.

Weitere Informationen zur Ausbildung und Prüfung

www.wifiwien.at/96460x 
www.wifiwien.at/96110x