Alle Preisträger des neuen Hotelguides © Gault&Millau / Barbara Eidler-Ster
Die besten Hotels 2027
Im Wiener Palais Coburg wurde der Gault&Millau Hotelguide 2027 präsentiert und die diesjährigen Awards vergeben. Allen voran das Hotel des Jahres: eriro aus Tirol.
“Brigitte Bardot hat gekocht, Juan Carlos – da war er noch nicht König – hat Rasen gemäht.” Bei der Präsentation des neuen Hotelguides am 30. September erzählte Herausgeber Karl Hohenlohe eine Anekdote zum Thema Persönlichkeiten in der Hotellerie. Konkret ging es um den Marbella Club, den sein Onkel Alfonso gegründet hat. In den Anfangszeiten war der Club ein kleines Hotel, das von internationaler Prominenz langsam entdeckt wurde. Eines Tages streikten die öffentlichen Verkehrsmittel und das Personal kam nicht ins Hotel. Die Gäste halfen spontan aus und ermöglichten eine schöne Zeit für alle. “So gutes Gästefeedback wie nach dieser Episode hatte mein Onkel noch nie”, so Hohenlohe.
“Leute buchen nicht bloß ein Hotel, sie buchen Erlebnisse,” ergänzte Tourismusstaatssekretärin Elisabeth Zehetner. Um den Gastgeber:innen im Land den Rücken für ihre eigentliche Aufgabe freizuhalten, will sie eine KI-Strategie auf den Weg bringen und vorhandenes Wissen sowie Erfahrungen teilen.Das Persönliche und das Besondere vereinen alle 688 Häuser, die es heuer in den Gault&Millau Hotelguide geschafft haben, vom Refugium am See bis zum Grandhotel in der Stadt.
Vier Trends, die der Redaktion aufgefallen sind
Longevity und Medical Wellness sind längst mehr als Schlagworte. Biohacking, Schlafoptimierung, individuelle Gesundheitsprogramme und neue Regenerationskonzepte halten Einzug in die Hotellerie und haben im Guide 2027 erstmals eine eigene Kategorie. Zugleich wird künstliche Intelligenzauch im Hotel sichtbar: Sie merkt sich Zimmerpräferenzen, unterstützt Concierge-Services und ermöglicht eine Personalisierung, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre. Die Frage sei, so die Herausgeber:innen, wie viel Technik der Gast möchte und wo sich die besondere Qualität eines Hotels weiterhin im persönlichen Kontakt zeigt.
Demgegenüber steht die wachsende Sehnsucht nach stillen Orten: nicht mehr sehen und erleben, sondern ankommen, abschalten und regenerieren. Natur und Ruhe werden selbst zur Destination. Und schließlich entscheidet immer häufiger das kulinarische Angebot darüber, welches Hotel gebucht wird. „‚Destination Dining‘ nennt man das international. Wir nennen es: einen sehr guten Grund, irgendwo hinzufahren“, so Martina und Karl Hohenlohe, Herausgeber:innen von Gault&Millau.
Hotel des Jahres powered by Nespresso:
eriro, Ehrwald, Tirol
Das auf 1.550 Metern Seehöhe an der Zugspitze gelegene Hotel wird mit der höchsten Sonderauszeichnung des Gault&Millau Hotelguides 2027 geehrt. Das exklusive Alpine Hide verfügt über lediglich neun großzügige Suiten mit eindrucksvollem Blick in die spektakulär schöne Landschaft. Seine puristische Architektur greift die Ästhetik des hochalpinen Raums auf und verbindet klare Strukturen mit traditionellen Handwerkstechniken.
Auch die Kulinarik orientiert sich an der unmittelbaren Umgebung: Gekocht wird auf offenem Feuer, die Menüs greifen die wechselnden Bedingungen und Stimmungen am Berg auf. Das konsequent reduzierte, naturverbundene Gesamtkonzept ist ausschlaggebend für die Auszeichnung als Hotel des Jahres. Der Name eriro leitet sich vom althochdeutschen Ausdruck für „am Anfang des Waldes“ ab und steht zugleich für elementar, ruhig, individuell, reduziert und originär. Stimmiger kann man es nicht beschreiben.
Alle Awards
- Neueröffnung des Jahres powered by GMS: The Companion, Wien
- Gourmethotel des Jahres: Genießerhotel Bergergut, Afiesl, Oberösterreich
- Ambiente des Jahres: Townhouse Weisses Kreuz, Salzburg
- Familienhotel des Jahres: Reiters Finest Family Hotel, Bad Tatzmannsdorf, Burgenland
- Longevity-Hotel des Jahres: Vivamayr Medical Health Resort, Maria Wörth, Kärnten
- Wellness-Hotel des Jahres: Stanglwirt Bio- und Wellnessresort, Going am Wilden Kaiser, Tirol
- Grünes Hotel des Jahres: Naturhotel Forsthofgut, Leogang, Salzburg

