© SOMMERNACHTSKOMÖDIE ROSENBURG/Martin Hesz
Fliegende Röcke & rauchende Colts:
Erste Gangsterkomödie auf der Rundbühne der
SOMMERNACHTSKOMÖDIE ROSENBURG
Mit „SUGAR. Manche mögen’s heiß“ wird auf der Rundbühne vor der Rosenburg heuer die Bühnenfassung der Kultkomödie aus Hollywood gespielt, in der einst Marilyn Monroe brillierte. Premiere ist am 25. Juni, gespielt wird bis 9. August.
Chicago in den Roaring Twenties. Es ist die Zeit von Prohibition und Jazz. Die Musiker Joe (Okan Cömert, spielte u.a. in „Aufputzt is´“ und „Walking on Sunshine“) und Jerry (Daniel Keberle, bekannt aus „Tatort“, „Land-krimi“, „Spuren des Bösen“ etc.) werden zufällig Augenzeugen eines Massakers der Mafia. Und müssen infolge um ihr Leben fürchten. Um den Killern zu entkommen, tauchen sie in der berühmten Girl-Band Society Syncopators unter, stilecht als Frauen verkleidet. Die kriselnde Truppe befindet sich auf dem Weg nach Miami. Doch trotz Tarnung geraten Joe und Jerry in eine gefährliche Welt, denn die Verbrecher heften sich an ihre Fersen. Die beiden Musiker geraten zwischen rivalisierende Banden, die sie auf der Abschussliste haben. Das führt zu komischen wie brenzligen Situationen. In der Band treffen die zwei Musiker auf die Sängerin und Ukulele-Spielerin Sugar (Lola Witzmann aus „Babylon Berlin“). Sie verliebt sich in beide Herren, ohne zu ahnen, wer sie wirklich sind. Die leidenschaftlichen Gefühle stellen alles auf den Kopf. Doch ob des Verwirrspiels um Geschlechter-rollen und der Verfolgung durch die Mafia ist der Boden unter den Füßen des Trios heiß.
Keine Monroe-Kopie
Nina Blum ist Intendantin und künstlerische Leiterin der SOMMERNACHTSKOMÖDIE ROSENBURG. „Unsere erste Gangsterkomödie erzählt mit viel Witz, Action und Romantik die Geschichte von der Suche nach dem persönlichen Glück. Sie ist voller überraschender Wendungen und unvergesslicher Momente.“ Obwohl das Stück in den Roaring Twenties spielt, ist es am Puls der Zeit angesiedelt. „Schließlich geht es um zeitlos moderne Werte wie Freundschaft und Mut.“ Außerdem sorgt die Bühnenfassung der Screwball-Comedy aus Hollywood für „Schmunzeln in einer Zeit, in der uns manchmal das Lachen im Hals stecken bleibt. Also für wertvolle unbeschwerte Stunden“. Im von Billy Wilder inszenierten Filmklassiker brillierten einst Marilyn Monroe, Tony Curtis und Jack Lemmon in den Hauptrollen. Doch das Team um Blum tappt bewusst nicht in die Falle eines Hollywood-Remakes. „Wir suchten nicht nach einer Monroe-Kopie, sondern unsere eigene Hauptdarstellerin, die wir mit Lola Witzmann gefunden haben. Sie punktet mit extremer Wandlungs-fähigkeit und viel Sexyness.“ Neben Stamm-Darstellerinnen und -Darstellern wie Adriana Zartl (Bandleaderin Sweet Sue), Daniel Keberle, Bernhard Majcen (Gangsterboss Gamasche) und Johannes Terne (Millionär Osgood) erobern diesen Sommer viele junge Talente die Bühne vor der Rosenburg.
Stepptanz & Live-Saxofon
Auch Musik spielt in der heurigen Inszenierung eine Hauptrolle. So singt und tanzt das Ensemble zehn Nummern und muss dafür extra den Stepptanz perfektionieren. Die Chorografie übernimmt Kathleen Bauer. Hauptdarstellerin Witzmann assistiert bei den Proben. Für jazzige Musik sorgt ein Live-Orchester aus vier jungen Musikerinnen. Sie spielen Saxofon, Kontrabass, Schlagwerk und Klavier. Die Musikproben leitet Bela Fischer Jun. Regisseur und Bühnenbildner Marcus Ganser ließ sich für die Inszenierung der Band etwas Besonderes einfallen. „Wir positionieren unsere vier Musikerinnen auf einer Hub-Bühne, die beim Einsatz aus der Unterbühne immer wieder nach oben fährt.“ Im Stück gibt es viele Szenenwechsel, sodass mit einfachen Mitteln verschiedene Orte entstehen: Zugabteile, ein Gangsterlokal, die Schiffs-jacht des Millionärs Osgood und die Bar, in der die Frauenband allabendlich auftritt. Die wilden Zwanziger Jahre feiern auch in punkto Outfit Wiederauferstehung. Kostümbildnerin Agnes Hamvas setzt stilecht auf Federboas, Handschuhe, Netzstrümpfe, Perlenketten, Fransen, Nadelstreif-Anzüge und Gamaschen.
Schutz vor Wind & Wetter
Wie immer findet die Inszenierung im wettersicheren Theaterzelt vor der stimmungsvollen Kulisse der Waldviertler Rosenburg statt. Bei Regen oder Sturm werden Seitenwände heruntergelassen. Bei Hitze bleiben sie oben, sodass der Abendwind für angenehme Kühlung sorgt. Die einzigartige Rundbühne bietet von allen Plätzen eine perfekte, aber unterschiedliche Sicht auf das Bühnengeschehen. Wer das Stück mehrmals besucht, sieht es also jeweils aus einem anderen Blick-winkel. Wer noch tiefer eintauchen und fast ein Teil des Ensembles sein will, bucht eine der sechs Bühnenlogen inklusive einer Flasche Sekt.

